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Bautrocknung nach Wasserschaden
Wir trocknen Wände, Decken und Estrich nach einem Wasserschaden technisch und belegen mit Messwerten, wann sie wieder trocken sind.
Büro Mo–Fr 7–18 Uhr, Notfälle können auch außerhalb gemeldet werden
Wasser verschwindet nicht, wenn die Pfützen aufgewischt sind. Es steckt in Putz, Mauerwerk, Estrich und Dämmung und verdunstet dort nur langsam. Bleibt es zu lange, drohen Schimmel, muffiger Geruch und Schäden an der Bausubstanz. Bei der Bautrocknung holen Geräte das Wasser gezielt aus den Bauteilen. Entscheidend ist, dass vorher und nachher gemessen wird: Erst die Messwerte zeigen, ob ein Bauteil wirklich trocken ist.
Messen vor und nach der Trocknung
Zu Beginn messen wir an festen Punkten, wie feucht die Bauteile sind. Zum Vergleich messen wir eine trockene Stelle im selben Gebäude. Während der Trocknung wiederholen wir die Messung an denselben Punkten. So sehen wir, ob die Werte sinken, und können Geräte umstellen oder ergänzen. Am Ende zeigt die Abschlussmessung, dass sich die Werte denen der trockenen Vergleichsstelle angeglichen haben. Erst dann werden Wand und Boden geschlossen, gestrichen oder neu belegt.
Ablauf der Bautrocknung
- Schadensanalyse und Feuchtemessung: Wir stellen fest, welche Bauteile wie stark durchfeuchtet sind und ob die Ursache behoben ist.
- Trocknungsplanung: Nach Bauteil, Raumgröße und Feuchte legen wir Verfahren, Geräte und Aufstellorte fest.
- Technische Trocknung: Die Geräte laufen rund um die Uhr. Wir kontrollieren sie und messen in regelmäßigen Abständen nach.
- Abschlussmessung und Dokumentation: Sind die Zielwerte erreicht, bauen wir die Geräte ab und übergeben Ihnen das Protokoll.
Wie lange dauert eine Bautrocknung?
Meist zwischen 7 und 21 Tagen. Wie lange genau, hängt von mehreren Dingen ab: wie viel Wasser eingedrungen ist und wie lange es dort stand, aus welchem Material das Bauteil besteht und wie dick es ist, ob auch die Dämmschicht unter dem Estrich nass ist und wie warm die Räume sind. Dichtes Mauerwerk und ein dicker Estrich brauchen länger als eine Trockenbauwand.
Im Hausanschlussraum eines Mehrfamilienhauses in Mainz liefen Kondenstrockner und Luftentfeuchter rund zehn Tage. In dieser Zeit haben wir die Wände regelmäßig mit dem Feuchtemessgerät kontrolliert.
So funktionieren die Trocknungsgeräte
Kondenstrockner
Ein Kondenstrockner saugt feuchte Raumluft an und kühlt sie an einer kalten Fläche ab. Der Wasserdampf kondensiert und läuft in einen Behälter oder über einen Schlauch ab. Die getrocknete Luft strömt zurück in den Raum und nimmt neue Feuchte aus Wand und Boden auf. Kondenstrockner arbeiten am besten in beheizten Räumen.
Adsorptionstrockner
Ein Adsorptionstrockner leitet die Luft über ein Material, das Wasser bindet. Ein Teil davon wird laufend erwärmt und gibt die Feuchte als warme Abluft wieder ab, die nach draußen geführt wird. Diese Geräte trocknen auch bei niedrigen Temperaturen, etwa im Keller oder im unbeheizten Rohbau.
Dämmschichttrocknung
Ist Wasser unter den Estrich gelaufen, steht es in der Dämmschicht, wohin keine Raumluft gelangt. Über kleine Bohrungen setzen wir Schläuche ein. Im Saugverfahren zieht eine Turbine die feuchte Luft aus der Dämmschicht und führt sie durch einen Filter ab. Im Druckverfahren wird trockene Luft eingeblasen, die an den Randfugen wieder austritt. Welches Verfahren passt, hängt vom Aufbau des Bodens ab.
Infrarotplatten
Infrarotplatten werden an Wand oder Decke angebracht und erwärmen das Bauteil von der Oberfläche her. Die Wärme treibt die Feuchte nach außen, wo der Luftentfeuchter sie aufnimmt. Das beschleunigt vor allem die Trocknung dicker Wände.
Meist kombinieren wir mehrere Verfahren: Entfeuchter für die Raumluft, Dämmschichttrocknung unter dem Estrich und Infrarot an massiven Wänden.
Wie laut sind Trocknungsgeräte?
Trocknungsgeräte arbeiten mit Lüfter und Kompressor und sind deutlich zu hören. Die Turbinen der Dämmschichttrocknung sind lauter als ein Luftentfeuchter. Damit die Trocknung vorankommt, laufen sie Tag und Nacht.
Steht ein Gerät in der Nähe Ihres Schlafzimmers, sprechen Sie uns an. Oft lässt sich ein Aufstellort finden, der weniger stört, oder die Tür zum Raum bleibt geschlossen. In vielen Fällen können Sie während der Trocknung in der Wohnung bleiben.
Wände richtig trocknen
Nasse Wände trocknen von der Oberfläche her. Das Wasser tief im Mauerwerk muss erst nach außen wandern. Damit das schneller geht, kommt es auf ein paar Dinge an:
- Fenster geschlossen halten: Bei laufendem Entfeuchter bleiben Fenster und Türen meist zu, sonst entfeuchtet das Gerät die Außenluft mit.
- Dichte Schichten entfernen: Tapeten, dichte Farben oder Fliesen bremsen die Verdunstung. Durchnässter Putz wird oft abgeschlagen, wie im Hausanschlussraum in Mainz.
- Wärme ins Bauteil bringen: Infrarotplatten erwärmen dicke Wände und beschleunigen die Trocknung.
- Abstand halten: Rücken Sie Möbel von nassen Wänden ab, damit die Luft an der Oberfläche zirkuliert.
Estrich und Dämmschicht
Beim Estrich reicht der Blick auf die Oberfläche nicht. Ob er trocken genug für einen neuen Bodenbelag ist, zeigt die CM-Messung. Dafür wird eine Probe aus dem Estrich entnommen und in einem Druckbehälter mit Calciumcarbid zur Reaktion gebracht. Aus dem entstehenden Druck ergibt sich der Feuchtegehalt. Welcher Wert für Parkett, Fliesen oder Vinyl erreicht sein muss, gibt der Bodenleger oder der Hersteller des Belags vor.
Ist verschmutztes Wasser oder Abwasser in die Dämmschicht gelaufen, werden Dämmung und Estrich in der Regel ausgebaut. Keime und Geruch lassen sich dann nicht zuverlässig entfernen.
Was im Trocknungsprotokoll steht
Das Trocknungsprotokoll belegt für Versicherung, Vermieter oder den nächsten Handwerker, dass die Trocknung abgeschlossen ist. Es enthält:
- Schadensort, betroffene Räume und Bauteile
- die Lage der Messpunkte
- Messwerte zu Beginn, während der Trocknung und am Ende, jeweils mit Datum
- Temperatur und Luftfeuchte im Raum
- die eingesetzten Geräte und ihre Laufzeit
- Fotos vom Schaden und vom Zustand nach der Trocknung
Neubautrocknung
Auch ohne Schaden steckt in einem Neubau viel Wasser. Beton, Estrich und Putz werden nass eingebracht und geben die Feuchte über Monate ab. Wer zu früh Böden verlegt oder Möbel an Außenwände stellt, riskiert Schimmel und Schäden am Belag.
Heizen und Lüften helfen, reichen im Winter oder bei engem Zeitplan aber oft nicht. Technische Trocknung beschleunigt den Vorgang. Im kalten, unbeheizten Rohbau arbeiten Adsorptionstrockner, sobald geheizt wird, auch Kondenstrockner. Wie lange es dauert, hängt von der Dicke der Bauteile, der Jahreszeit und dem Raumklima ab. Wann der Estrich belegreif ist, zeigt auch hier die CM-Messung und nicht der Bauzeitenplan.
Salpeter an der Wand
Weiße, kristalline Ablagerungen an Kellerwänden oder am Sockel nennt man umgangssprachlich Salpeter. Es sind Salze, meist Nitrate und Sulfate, die mit dem Wasser durch das Mauerwerk wandern und an der Oberfläche auskristallisieren. Mit Salpetersäure hat das nichts zu tun. Beim Auskristallisieren entsteht Druck, der Putz und Farbe abplatzen lässt.
Ursache ist immer Feuchte im Mauerwerk, etwa durch aufsteigende Nässe, Spritzwasser oder eine undichte Leitung. Dauerhaft hilft nur, die Feuchtequelle zu beseitigen und das Mauerwerk zu trocknen.
Kosten der Bautrocknung
Die Kosten richten sich nach dem Umfang des Schadens, nach Art und Zahl der Geräte, nach der Dauer und nach Zusatzleistungen wie Rückbau oder Dämmschichttrocknung. Dazu kommt der Strom der Geräte. Nach einem versicherten Leitungswasserschaden trägt in der Regel die Wohngebäudeversicherung die Trocknung. Wir dokumentieren den Schaden mit Fotos und Messwerten und helfen bei der Meldung.
Stand: 29. Oktober 2026
Experten für Schadensanierung
Häufige Fragen zur Bautrocknung
Weitere Fragen über Leckortung, Wasserschäden oder unsere Zusammenarbeit? Hier finden Sie Antworten.
In vielen Fällen ja. Die Geräte stehen in den betroffenen Räumen, die übrigen nutzen Sie wie gewohnt. Rechnen Sie mit Geräuschen rund um die Uhr. Fallen Bad oder Küche aus, lesen Sie unter Ersatzwohnung, was Versicherungen übernehmen.
Nur nach Absprache. Ein Luftentfeuchter arbeitet im geschlossenen Raum. Bei offenem Fenster entfeuchtet er auch die hereinströmende Außenluft, und die Bauteile trocknen langsamer. Wann kurzes Lüften sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen vor Ort.
Bitte nicht. Die Trocknung ist auf Dauerbetrieb ausgelegt, jede Pause verlängert sie. Stört ein Gerät besonders, rufen Sie uns an. Oft hilft schon ein anderer Aufstellort oder eine geschlossene Tür.
Die Geräte laufen über Ihren Stromzähler. Bei einem versicherten Schaden erstattet die Versicherung die Stromkosten in der Regel. Notieren Sie dafür den Zählerstand, wenn die Geräte aufgestellt werden, und noch einmal, wenn sie abgebaut werden.
Nein. Warme Luft nimmt zwar mehr Feuchte auf, gibt sie aber an kühleren Stellen wieder ab, an Fenstern, Außenwänden oder im Nebenraum. Ohne Entfeuchter wandert das Wasser nur. Heizen kann die Trocknung unterstützen, ersetzt sie aber nicht.
Nicht mit der Hand. Eine Wand kann sich an der Oberfläche trocken anfühlen und innen noch nass sein. Verlässlich ist nur die Messung im Vergleich zu einer trockenen Stelle im selben Gebäude. Erst danach sollte gestrichen, tapeziert oder ein Boden verlegt werden.
Wenn er belegreif ist. Das zeigt die CM-Messung, die vor dem Verlegen gemacht wird. Welcher Wert erreicht sein muss, hängt von Estrich und Belag ab und wird vom Bodenleger oder Hersteller vorgegeben. Das gilt nach einem Wasserschaden genauso wie im Neubau.
Bürsten Sie die Kristalle trocken ab und saugen Sie den Staub auf. Waschen Sie nicht nass ab, sonst lösen sich die Salze und ziehen wieder in die Wand. Damit verschwindet aber nur die Ausblühung. Solange Feuchte ins Mauerwerk gelangt, kommt der Salpeter zurück.
Die Bohrungen sind klein und werden nach der Trocknung wieder verschlossen. Wo es geht, wird in Fliesenfugen oder in Randbereichen gebohrt, damit später möglichst wenig zu sehen ist.
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